„Schwarze Kreuze“ und Kranz für Kirchhainer Bombenopfer

Am Mittag des 17. März 1945 wurde Kirchhain mit etwa 60 schweren Sprengbomben angegriffen. Da die kleine Stadt damals weder über wichtige Industrie- und Verkehrsanlagen oder militärische Objekte verfügte, war diese Bombardierung ein Kriegsverbrechen, dem 48 Kinder, Frauen und Männer zum Opfer fielen. Das Jüngste – Gerhard Seide – war gerade acht Monate alt. Zu den 48 Toten kamen etwa 65 Verletzte. Bisher ist uns nicht bekannt, welcher Aggressorstaat für die Bombardierung von Zivilisten verantwortlich ist.

Freunde der Infidels Deutschland gedachten gestern diesen Toten. Sie legten schwarze Holzkreuze an jenen Stellen ab, wo friedliebende Kirchhainer von gewissenlosen Piloten ermordet wurden. Am Denkmal im Schillerpark machten patriotische Aktivisten mit einer Kranzniederlegung auf das Kriegsverbrechen aufmerksam. Kranz und Kreuze sollen dafür sorgen, dass niemand die zivilen Opfer aus Kirchhain vergisst und keine Presse die Opferzahlen runter rechnet.

Rede zur Kranzniederlegung:

Ich begrüße all diejenigen, die es heute zur Kranzniederlegung hier nach Doberlug Kirchhain geschafft haben!

Wir haben uns heute hier in stillen Gedenken versammelt, um den Luftkriegstoten vom 17.03.1945 hier in Doberlug Kirchhain zu gedenken, die vor mehr als 70 Jahren ihr Leben lassen mussten

Das alliierte Kriegsverbrechen begann aber nicht hier in Doberlug- Kirchhain, sondern im gut 20 km entfernten Bad Liebenwerda.

Die Stadt schrieb den 28.05.1944, als in den frühen Nachmittagsstunden die Sirenen ertönten und man am Himmel zahlreiche Bomber und Jagdflieger erkennen konnte.

Diese hatten jedoch ursprünglich das Ziel Schwarzheide, mit der dort ansässigen kriegswichtigen Industrie.

Da das alliierte Führungsflugzeug jedoch einen technischen Defekt hatte, warf dieses ihre todbringenden Bomben und Rauchsignale über die kleine Kurstadt Bad Liebenwerda ab. Die nachfolgenden Bomber warfen weitere 750 Bomben, fälschlicherweise über die kleine Kurstadt, wie wir sie heute kennen, nieder. Wobei man von Glück reden kann, dass ein Großteil der Bomben die Stadt und deren Bewohner verfehlten und freies Feld trafen.

Heute vor 73 Jahren wurde in unserem schönen Elbe-Elster Kreis, das alliierte Kriegsverbrechen fortgesetzt und das in dieser wunderschönen Stadt Doberlug Kirchhain, in der wir uns grade befinden. Über das eigentliche Ziel gibt es nur Mutmaßungen, eine Vermutung bestand darin, dass der Bahnhof von Doberlug–Kirchhain als Knotenpunkt ein Ziel der Bombardierung war. In Kirchhain gab es weder kriegswichtige Industrie, noch wichtige militärische Angriffspunkte. Unter den 48 Opfern denen wir heute gedenken wollen sind ausschließlich Zivilisten zu verzeichnen, weitere zirka 65 Zivilisten wurden teils schwer verletzt.

Auch andere Städte litten unter den Bombenhagel der Alliierten. So auch Falkenberg/Elster und Elsterwerda. Am 18.04.1945 und auf den darauf folgenden Tagen, wurde die kleine Stadt Falkenberg/Elster bombardiert. Ziel des alliierten Großangriffes war der Bahnhof mit seinen strategischen Verbindungstrecken.

Der 19.04.1945 war auch ein schwarzer Tag für die Stadt Elsterwerda, Alliierte bombardierten auch hier den Bahnhof, wobei ein Munitionszug getroffen wurde und erheblichen Schaden anrichtete.

Sogar kurz vor Kriegsende wurde selbst das kleine Dörfchen Babben vom Bombenhagel getroffen, wobei es hier einen Toten gab und weitere zirka 20 verletzte Personen […]

 

 

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