Pro 7 will zur „Meinungsbildung“ beitragen

Die Welt berichtete vor kurzer Zeit, dass Pro 7 ihr Stück vom GEZ Kuchen abhaben möchte, oder wie Die Freie Welt es so schön beschrieb:

Doch jetzt wollen auch die privaten Sender ran an die Kohle. Zwangsgeld ist wohl für sie zu verlockend.

Man wird sehen, ob Vorstandsmitglied und Manager von Pro7/Sat1, Conrad Albert, diese unverschämte Forderung durchsetzen wird.

Mir fiel besonders ein Satz von ihm ins Auge:

Es geht uns in keiner Weise darum, dass ARD und ZDF oder die Rundfunkgebühr wegfallen“, sagt er im Gespräch mit WELT. „Wir wollen nur die Möglichkeit bekommen, unseren Beitrag zur Meinungsbildung über neue Finanzierungsmöglichkeiten besser wahrnehmen zu können.

Man möchte sich also an der Meinungsbildung der Bevölkerung beteiligen. Welche »Meinung« ist hier wohl gemeint? Jene »Meinung«, die uns die Öffentlich Rechtlichen, Radio und Werbung »neutral« einimpfen wollen? Ist es inzwischen nicht so, dass wir momentan nur noch mit einer »richtigen« Meinung von allen Seiten berieselt werden Alles was von dieser Norm abweicht, ist Fake, Nazi und/oder rassistisch?

Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt die Gefahren der einseitigen Meinungsbildung folgendermaßen:

Allerdings birgt dieses Potenzial der Medien auch Gefahren: Bestimmte Personen, Gruppen oder Institutionen, sowohl aus dem staatlichen als auch aus dem nicht-staatlichen Bereich, die sich der Medien bedienen, können im Meinungsbildungsprozess so großen Einfluss erlangen, dass dies dem Leitprinzip des Pluralismus zuwiderlaufen würde.

Vor diesem Hintergrund ist es eines der wesentlichen Ziele von Medienpolitik in demokratischen Gesellschaften, zu verhindern, dass einzelne Personen oder Gruppen einen als zu groß empfundenen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung erlangen, also so genannte „Meinungsmacht“. Es geht damit um die Sicherung der Vielfalt von Meinungsbildungsbildungsprozessen oder, umgekehrt ausgedrückt, um die Verhinderung von Konzentrationsprozessen im Medienbereich. Dieser Aspekt von Medienpolitik ist das Thema des vorliegenden Beitrags.

Da hilft eigentlich nur noch die Aufforderung von Peter Lustig am Ende jeder Löwenzahnsendung: »Abschalten!« … (MS)

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