Der Islam und die Macht

  1. April 2016 von Hardrad

DIE politische Frage der Zeit, in allen „westlichen Demokratien“. Eine Frage nicht der Erkenntnis weiser Staatsmänner und Gelehrter, sondern der politischen Ohnmacht.

Gibt es moderate, integrierte Muslime, die man als Bündnispartner gegen die „Radikalen“ gewinnen kann, die in unseren Medien wahlweise Salafisten, Wahabiten oder einfach Islamisten genannt werden ? Der Islam folgt den Gesetzen jeder anderen Massenideologie. 10 % Aktive, 90 % Folgsame. Die Meinung der 90 % ist unerheblich, soweit sie sich den 10 % fügen. Derselbe Grund, weshalb auch der Kommunismus überhaupt so lange bestehen konnte, obwohl er am Ende niederfiel. Die Frage, ob und wie man Einfluß auf die 90 % hinter der Mauer nehmen kann, ist keine der Überzeugung, sondern ausschließlich der Macht. Der anwendbaren Macht, die größer ist als die der gegnerischen Aktiven und der ihnen gehorchenden Masse zusammengenommen. Bislang galt, nicht nur gegenüber dem Ostblock, man locke die Volksmasse mit „Bananen“ oder die Funktionäre mit Posten und Privilegien, so daß sie ihre Grundsätze aufgeben und nach und nach so zynisch, selbstvergessen und damit ungefährlich werden wie alle Angehörigen des westlichen Demokratiebetriebes. Dieser Strategie folgen die politischen Klassen des Westens – einfach, weil es seit Jahrhunderten funktioniert hat. Das hat sich geändert – nicht nur, weil ein Großteil v.a. der orientalischen Moslems grundsätzlich außerstande ist, sich einzufügen – sondern auch, weil sie es längst nicht mehr müssen.

Wer sollte sie zur Anerkennung „unserer Werte“ zwingen, die wir selbst derart verdreht haben, daß niemand mehr präzise sagen kann, wofür diese Universalideen einst standen. Die islamische Gesellschaft im Westen ist längst da und zählt Millionen, folgt einer erfolgreichen und schlüssigen Strategie – während unsere Gesellschaften nach und nach (auch durch Rückzug und Aufgabe von uns Einheimischen) zu Drittweltstaaten zerfallen und alle staats- und kulturpolitischen Gewißheiten durch 60 Jahre Neusprech zertreten wurden. Im ganzen Westen. Nur weil GB, Frankreich und die USA staatlich gesünder erscheinen, „patriotischer“, selbstverständlicher noch als Staaten, braucht man sich über deren inneren Kampf ebenso mit dem Islam nicht zu täuschen. Ihre politischen Klassen stehen der Virilität und dem Machtanspruch der Masse ebenso verdruckst und ratlos gegenüber, sie flüchten sich wie wir ins Wunschbild einer „Integration“, die es nie geben konnte.

Schuld ist ihre Selbstaufgabe als Staatslenker, die vor dem Eintreffen des Islam stattgefunden hat. Wie es Lichtmesz damals richtig formulierte im Disput mit Stürzenberger: Der Islam ist nur die Sekundärinfektion der Moderne. Eine von mehreren, die uns ereilt hat, bis unser Immunsystem ganz hinüber war.

Eine Botschaft auch an die AfD: Gerade große multinationale Hochkulturen, offene, pluralistische Gesellschaften mit höchster „Vielfaltsdichte“, sind am anfälligsten – und das, was wir heute fassungslos erleben, die ganzen Finten und Verhandlungen, das alles gab es schon unzählige Male zuvor in fernen Ländern, die heute entweder Wüsten, Kriegsgebiete oder Müllhalden sind. Man hat, aus Dünkel, dann Feigheit und endlich purer Angst differenziert, bis es zu spät war. Verhandeln ist Unterwerfung, das haben viele Dutzend Völker vor uns erfahren müssen.

Wer verhandelt, verrät.

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